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Politik Bayern, 25.02.2010
Zwischenbilanz auf dem Weg zu doppelten Abiturjahrgang 2011
Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat heute im Kabinett über die Ergebnisse der erstmaligen Erhebung der Halbjahresnoten der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums und der Jahrgangsstufe 12 des neunjährigen Gymnasiums berichtet. Spaenle: ,,Die Erhebung hat ergeben, dass die Durchschnittsnoten der Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums und der Jahrgangsstufe 12 des neunjährigen Gymnasiums nahezu gleich gut ausfallen. Viele Einzelmeldungen von Schülern und Eltern in den vergangenen Wochen und ihre Befürchtung, dass der Notendurchschnitt der Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums gegenüber dem der 12. Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums deutlich abfällt, haben sich nicht bestätigt." Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um zu erreichen, dass die Schüler beider Oberstufen gleichwertige Bedingungen auf dem Weg zum Abitur und Hochschulzugang haben. Der Minister konkretisierte: ,,Das Anforderungsniveau scheint - bei allem Unterschied in der Struktur der beiden gymnasialen Oberstufen - vergleichbar und die Schüler werden in beiden Oberstufensystemen gut auf die Abiturprüfungen und den Übertritt an die Hochschulen vorbereitet."
Die Daten der Erhebung im Überblick:
Fach und Oberstufe Halbjahresquote
Deutsch G 8 2,64
Deutsch G 9 2,85
Mathematik G 8 2,83
Mathematik G 9 3,02
Englisch G 8 2,65
Englisch G 9 2,79
Latein G 8 2,52
Latein G 9 2,38
Grundlage dieser Ergebnisse ist eine landesweite repräsentative Datenerhebung bei rund 9.000 Schülerinnen und Schülern an ca. 15 Prozent der staatlichen Gymnasien in Bayern. Dabei berücksichtigt wurden große und kleine Gymnasien im städtischen und ländlichen Raum.
Die bisher einmalige Maßnahme hatte der Minister in der aktuellen Sondersituation angeordnet, in der Schülerinnen und Schüler in zwei unterschiedlichen Oberstufensystemen parallel in den Gymnasien unterrichtet werden. Minister Spaenle machte klar, dass er die Strategie des Monitorings der Einführung der Oberstufe konsequent weiterverfolgt. Dabei werden alle Rückmeldungen überprüft. ,,Dies ist eine bisher einmalige Selbstbindung der Bildungspolitik in Bayern an einer entscheidenden Schnittstelle der neuen Oberstufe", so Minister Spaenle.
Prozesssteuerung besteht Bewährung - Schüler werden bis zum Abitur begleitet
,,Mit aller Konsequenz lasse ich die Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums weiterhin systematischbegleiten und als Prozess steuern. Mein Ziel ist es dabei, die Schüler bei dieser Einführung zu begleiten, bis sie das Abiturzeugnis in ihren Händen halten", so der Minister. Mögliche Probleme will er so rasch erkennen und angehen. Die Strategie der landesweiten Prozesssteuerung hat sich bewährt. Dies wird anhand der Erhebung der Halbjahreszeugnisse erhärtet. Dabei werden Hinweise von Schülern, Eltern und Lehrkräften aufgenommen, geprüft, bewertet und immer dann reagiert, wenn es aufgrund objektivierbarer Erkenntnisse nötig wird.
Landesweit getroffene Maßnahmen sind jetzt in der Oberstufe in jeder Schule zu implementieren
Jetzt geht es nach den Worten Spaenles um die Umsetzung der aufgrund des bisherigen Monitorings konzipierten Steuerungsmaßnahmen für die neue Oberstufe in jeder einzelnen Schule. Dabei unterstützt das Ministerium die Lehrkräfte und Schulleitungen zum Beispiel durch detaillierte Handreichungen zur Umsetzung des Grundkursniveaus. Bei Leistungsnachweisen und bei den Abiturprüfungen gilt das bisherige Grundkursniveau beruhend auf dem neuen Lehrplan als Grundlage. Die Aufgabe der Lehrer konzentriert sich vor allem auf die Vermittlung des zentral prüfungsrelevanten Kernstoffes an die Schülerinnen und Schüler.
Bisher drei Erhebungen durchgeführt
Um die Einführung der neuen Oberstufe steuernd zu begleiten hatte Minister Spaenle bisher drei Erhebungen durchführen lassen. Die jüngste - nämlich die Erhebung der Noten zum Halbjahreszeugnis der Schüler der Jahrgangsstufe 11 - hat hier strategisch eine besondere Bedeutung. Dieser Umfrage waren zwei weitere vorausgegangen. Im Frühjahr 2009 hatte der Minister die Oberstudiendirektoren hinsichtlich der notwendigen Budgetausstattung zur Einführung der neuen Oberstufe befragt und als Konsequenz ein zusätzliches Stundenbudget in Höhe von 3,6 Prozent zur Verfügung gestellt. Die durchschnittliche Zahl der Schüler in Jahrgangsstufe 11 beträgt hierdurch in Kursen rund 20 und in Seminaren rund 13. Im Herbst 2009 hatte er die Belastung von Schülern bei den Schulen erheben lassen und dabei Entlastungen durch die Um- und Abwahl von Fächern ermöglicht und eine Ausrichtung der Leistungsnachweise auf Grundkursniveau angemahnt.