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Gesellschaft Bayern, 01.03.2010
Wolfgang Bischof in München zum Bischof geweiht
Er ist kein Unbekannter in Mühldorf a. Inn, Monsignore Wolfgang Bischof. Am Sonntag, den 13. Dezember 2009, feierten Monsignore Bischof mit den Pfarreien St. Nikolaus, St. Peter und Paul, St. Pius X., St. Laurentius, Mariä Himmelfahrt und St. Michael (Mettenheim) in der Pfarrkirche St. Nikolaus den ersten gemeinsamen Gottesdienst auf dem Weg zur Stadtkirche.
In einem feierlichen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom wurde gestern der bisherige Regionalpfarrer der Region Nord, Monsignore Wolfgang Bischof, zum Weihbischof des Erzbistums München und Freising geweiht.
Erzbischof Reinhard Marx und mehrere Bischöfe, unter ihnen Kardinal Wetter, Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg und Erzbischof Alois Kothgasser aus Salzburg, vollzogen den Ritus der Weihe durch Handauflegung. Bischof war am 5. Januar dieses Jahres von Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof des erloschenen frühchristlichen Bistums Nebbi in Nordafrika und zum Weihbischof des Erzbistums ernannt worden.
Der Bischof sei in besonderer Weise dazu bestimmt, Zeuge des auferstandenen Christus zu sein, sagte Erzbischof Marx in seiner Predigt. ,,Christus lebt in seiner Kirche, in der es Heilige gibt und Sünder. Aber das Geschenk des neuen unzerstörbaren Lebens wird nicht abhängig gemacht von unseren moralischen Leistungen, sondern wird allen gegeben, die glauben und sich verwandeln lassen von der grenzenlosen Kraft der Liebe Gottes", so Marx wörtlich. Für die Botschaft vom ewigen, endgültig geschenkten Leben solle der Bischof mit seinen Worten, seinem Beispiel und seinem Lebenszeugnis einstehen. Nur Christus selbst könne eine solche Sendung ermöglichen. ,,Genau das ist der tiefste Sinn der sakramentalen Weihe des Bischofs, die mehr ist als eine Amtseinführung". In der Weihe handle Christus selbst und stehe für diesen neuen Bischof ein.
Zu Beginn des Gottesdienstes hatte der Dekan des Münchner Metropolitankapitels, Domkapitular Lorenz Wolf, die offizielle Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI. vorgelesen. Polizeidekan Andreas Simbeck und Dekan Gottfried Doll, die mit Bischof freundschaftlich verbunden sind, geleiteten ihn zur Weihe. Nach dem Gelöbnis des Weihekandidaten und der Allerheiligenlitanei folgte das Weihegebet, in das ausdrücklich die ganze anwesende Gemeinde einbezogen wurde. Alle anwesenden Bischöfe vollzogen den Ritus der Weihe, indem sie dem Weihekandidaten die Hände auflegten. Zur Weihe gehörten auch die Salbung des Hauptes mit Chrisam und die Überreichung des Evangelienbuches und der bischöflichen Insignien, des Ringes, der Mitra und des Hirtenstabes.
Die Verbundenheit mit den bisherigen Wirkungskreisen von Wolfgang Bischof kam bei der Gestaltung des Weihegottesdienstes zum Ausdruck. Den Dienst der Diakone versahen Johann Dimke, der viele Jahre in Gröbenzell mit Bischof zusammenarbeitete, und Josef Kafko, Mitarbeiter im Team der Seelsorgsregion Nord. Ein Pastoralreferent und eine Gemeindereferentin als Vertreter ihrer Berufsgruppen trugen die Lesungen vor. Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder wirkten bei der Gabenprozession mit. Sie brachten Gaben zum Altar, die die Lebensstationen Bischofs symbolisierten. So brachten zum Beispiel Mitglieder der Pfarrei St. Maximilian in München die Primizkerze und die Kerze mit dem Wappen des neuen Weihbischofs und die Pfarrei St. Johann Baptist in Gröbenzell ein Modell der renovierten Pfarrkirche. Auch das grafische Symbol des Projektes ,,Dem Glauben Zukunft geben", das Bischof weiterhin leitet, und Wein, Brot und Salz wurden zum Altar getragen. Die Kollekte des Gottesdienstes wird dem Projekt ,,Chance für jedes Kind" des Caritas-Zentrums Garmisch-Partenkirchen zugute kommen. Die musikalische Gestaltung der Feier übernahmen der Münchner Domchor unter Leitung von Lucia Hilz und die Schola des Studienseminars St. Michael in Traunstein.
In seiner Ansprache nahm Wolfgang Bischof Bezug auf den Zöllner Zachäus, der als Figur in die Krümme seines Hirtenstabs eingearbeitet ist. Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas versteckte sich Zachäus auf einem Baum, um Jesus zu sehen, und folgte ihm später nach: ,,Wenn du für den Glauben etwas bewegen willst, dann spring von deinem Baum", betonte Bischof. Wie Zachäus sei es wichtig herunterzukommen in die Begegnung mit Christus und ins alltägliche Leben, nicht abseits zu stehen, von ferne zu beobachten, zu kritisieren und es besser zu wissen. Gesandt zu werden bedeute, dorthin zu gehen, wohin man nicht unbedingt freiwillig gehe und so Orte und Menschen kennen zu lernen, die das eigene Denken erweiterten. ,,Hoffe auf den Herrn und tu das Gute", zitierte Wolfgang Bischof den Wahlspruch, den er sich für sein Bischofsamt gewählt hat. Wenn unsere Zukunft Glauben haben solle, müssten wir fähig sein eine Antwort auf die Frage zu geben, welche Hoffnung uns trage, ,,durch unser Glaubensleben, durch Worte, durch Taten, durch Gesten - am besten durch unser ganzes Leben."
Zu der Bischofsweihe waren Gläubige aus allen Teilen des Erzbistums gekommen, dazu viele Priester, Diakone, Frauen und Männer in den Seelsorgsberufen und die Vertreter der Pfarrgemeinden des Erzbistums. Besonders zahlreich waren Gläubige aus den Pfarreien vertreten, in denen Bischof seelsorglich gewirkt hat, so aus den Pfarreien St. Maximilian in München, St. Johann Baptist in Gröbenzell, Pfaffing-Biburg und Schwabhausen sowie aus den Pfarrverbänden Miesbach und Holzkirchen. Aus diesen Gemeinden nahmen auch Ministranten in liturgischen Gewändern und Fahnenabordnungen der jeweiligen Vereine am Gottesdienst teil, ebenso die Landeshauptmannschaft der Gebirgsschützen. Auch Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben waren zur Bischofsweihe gekommen, unter anderem die Vizepräsidenten des Bundestages und des Bayerischen Landtages, Gerda Hasselfeldt und Reinhold Bocklet, der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichts, Karl Huber, und zahlreiche Bürgermeister und Landräte aus den Regionen Nord und Süd des Erzbistums.
Eine besondere Ehre wurde dem neuen Weihbischof durch die Gebirgsschützenkompanie Miesbach erwiesen. Sie war mit einer Blaskapelle und einem Salutzug gekommen. Nach dem Gottesdienst schossen sie für den Weihbischof und den Erzbischof einen Ehrensalut. Beim anschließenden Empfang im Kaisersaal der Münchner Residenz konnte Weihbischof Bischof zahlreiche Glückwünsche entgegen nehmen.
Foto: Erzbischof Marx legt Wolfgang Bischof bei der Weihe die Hände auf (Erzbischöfliches Ordinariat München/KNA-Alexandra Beier)