Der Staatssekretärsausschuss Ländlicher Raum unter Vorsitz von Wirtschaftsstaatsekretärin Katja Hessel setzt sich für ein gleichwertiges Bildungsangebot in ganz Bayern ein. Im Mittelpunkt der Kabinettssitzung stand heute die Sicherung der Schulversorgung als erstes einer Reihe von Schwerpunktthemen zur Entwicklung des ländlichen Raums. Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber: ,,Die Staatsregierung sorgt mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen für eine breite Flächendeckung des differenzierten bayerischen Bildungsangebots in allen Regionen." So bleibt die Grundschule bleibt auch vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen künftig die Gemeindeschule. Huber: ,,Die bereits im Jahr 2007 eingeführten jahrgangskombinierten Klassen haben sich pädagogisch absolut bewährt. Damit können nunmehr auch kleinere Grundschulen und das weitgespannte Grundschulnetz weitestgehend erhalten bleiben. Für unsere Grundschulkinder gilt damit auch weiterhin: Kurze Beine, kurze Wege."
Ziel der Staatsregierung ist es, möglichst viele Hauptschulstandorte möglichst lange zu erhalten. ,,Aus diesem Grund haben wir im Hauptschulbereich die Mindestschülerzahl pro Klasse auf 15 Schüler festgelegt. Diese Zahl liegt in den meisten anderen Ländern höher. Im Schuljahr 2009/10 wurde die Mindestschülerzahl weiter flexibilisiert, in begründeten Fällen sind auch Unterschreitungen möglich", so der Kultusstaatssekretär. Mit der Einführung der Mittelschule (voraussichtlich möglich ab dem Schuljahr 2010 / 2011) wird ein passgenaues und wohnortnahes berufsorientiertes Bildungsangebot geschaffen. Die Mittelschule ist dabei aber nicht nur für große Schulen geeignet, sondern es soll allen Schülern flächendeckend der Zugang zum gesamten Bildungsangebot der Mittelschule eröffnet werden. Huber: ,,Dafür schaffen wir Schulverbünde, die nicht nur den Erhalt kleinerer Hauptschulstandorte sichern, sondern es gerade auch kleinen Schulen im Verbund erlauben, die breit gefächerten Angebote der Mittelschule für ihre Schüler bereitzustellen."
Im Bereich der beruflichen Schulen wurden mit der Bildung von Kompetenzzentren die Grundlagen geschaffen, um den Unterricht angesichts der Fülle von Ausbildungsberufen mit der notwendigen Qualität und Stabilität anbieten zu können und gleichzeitig die Schulversorgung auch in der Fläche zu gewährleisten. Durch die Festlegung überregionaler Sprengel für neue Ausbildungsberufe werden die Interessen der Berufsschulen im ländlichen Raum berücksichtigt. Huber: ,,Mit den Standortentscheidungen der letzten Jahre setzen wir wichtige Impulse für den ländlichen Raum. Von insgesamt 21 Neugründungen staatlicher Berufsfachschulen seit dem Schuljahr 2005/06 befanden sich allein 17 im ländlichen Raum."
Aufgrund der seit dem Schuljahr 2004/05 stark gestiegenen Schülerzahlen an den Fachoberschulen (+20,9 Prozent im ländlichen Raum, +35,9 Prozent in den Verdichtungsregionen) wurden seitdem 18 Fachoberschulen und drei Berufsoberschulen neu gegründet (davon 11 bzw. 2 im ländlichen Raum) sowie zahlreiche Fachoberschulen und Berufsoberschulen um zusätzliche Ausbildungsrichtungen und die 13. Jahrgangsstufe erweitert.
Gemäß der Koalitionsvereinbarung, die Kooperationen zwischen Hauptschulen und zweizügigen Realschulen ermöglicht, konnten im vergangenen Jahr weitere Realschulen errichtet werden, zum Beispiel in den Landkreisen Miesbach, Fürth und Ebersberg. ,,Damit konnten noch einzelne bestehende Lücken in der Versorgung des ländlichen Raums mit Realschulen geschlossen werden", so Staatssekretär Huber.
Analog ist ein Schulversuch für eine Zusammenarbeit von Hauptschulen und Wirtschaftsschulen an Standorten im ländlichen Raum in Vorbereitung.
Wirtschaftsstaatsekretärin und Staatssekretärausschussvorsitzende Katja Hessel betonte: ,,Die Bedürfnisse der ländlichen Regionen müssen in der bayerischen Politik noch stärkeres Gehör finden. Der Staatssekretärsausschuss als die Stimme des ländlichen Raums begrüßt, dass durch sein Engagement die in den nächsten Jahren besonders dringenden Anliegen der ländlichen Gebiete im Kabinett behandelt werden. Im Staatssekretärsausschuss als dem Fürsprecher des ländlichen Raums besteht Einigkeit, dass vor allem die strukturschwachen Gebiete flächendeckend mit Schulen versorgt bleiben müssen. Nur so können wir junge Familien in den ländlichen Gebieten halten und dem demographischen Wandel entgegen wirken."

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