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Politik Landkreis Mühldorf, 11.03.2010
Flughafenanbindung: Verkehrsminister Zeils wirre Argumentation
Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Neufahrner Kurve gestellt - Zeil: ,,Planungen zum Erdinger Ringschluss laufen zügig weiter"
MÜNCHEN/ ERDING/ FREISING Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) verkündete auf der 22. Sitzung des Flughafen-Forums gute Neuigkeiten. ,,Wir haben die Planungsunterlagen für die Neufahrner Kurve an die DB übergeben. Diese hat Anfang Februar beim Eisenbahnbundesamt die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beantragt. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Realisierung der ersten Baustufe des Gesamtprojektes Erdinger Ringschluss getan." Zeil weist Spekulationen über eine Gefährdung des Projekts zurück. ,,Der Erdinger Ringschluss hat große Bedeutung für die Verkehrsanbindung der Region und deshalb für mich hohe Priorität. Ich gehe davon aus, dass für die Neufahrner Kurve bis 2011/12 Baurecht vorliegen wird und die Verbindung 2016 in Betrieb gehen kann", so Verkehrsminister Zeil. Dann könnten Reisende stündlich direkt und umsteigefrei mit dem Zug von Regensburg, Landshut und Freising zum Flughafen fahren.
Wie Zeil den Bau der Neufahrener Kurve in Zusammenhang mit dem 5 km langen, sog. Ringschluss zwischen dem Bahnhof am Flughafen und dem S- Bahn- Ende in Erding sieht, dessen Realisierung in weiter Ferne liegt, dazu äußerte sich der Minister nicht.
Ein Dementi, den Bau der Walpertskirchener Spange, dem Anschluss an die Mühldorfer Bahnlinie von Erding bis Obergeislbach erst im 4. und letzten Bauabschnitt zu absolvieren, ist die Meldung des Bayerischen Verkehrsministeriums nicht.
Im Raum Erding gibt es nach wie vor Proteste und Forderungen nach einer Untertunnelung S- Bahn- Linie im Stadtgebiet.
Auch die Linienführung der Walpertskirchener Spange scheint neuerdings ungeklärt. Dabei sollen die Pläne der ursprünglich nördlich geplanten Trasse ebenso weit gediegen sein, wie die der Neufahrener Kurve.
Das Bayerische Verkehrsministerium und Minister Zeil scheinen hier den Raum Erding und das Bayerische Chemiedreieck einmal mehr aufs Abstellgleis zu schieben.
Denn der für den Ringschluss als unabdingbare Voraussetzung genannte Bau der zweigleisigen Begegnungsabschnitte bei Dorfen und Markt Schwaben, auf der Strecke Mühldorf- München, wird kaum vor dem Jahr 2025 realisiert sein.
Ebenso der wichtige Ausbau, mit eigenen Gleisen für die Münchner S- Bahn, zwischen Markt Schwaben und München Riem West.
Hier weigert sich der Freistaat Bayern weiterhin, finanzielle Mittel aus dem Topf für den Schienennahverkehr zu verwenden, da diese unter anderem für den Bau der 1,5 Milliarden teuren 2. S- Bahn- Stammstrecke in München vorgesehen sind.
Was die Anbindung Ostbayerns betrifft verweist Minister Zeil seit langem auf den Bund, dem für den Bau der 2,83 Milliarden teuren Fernverkehrsverbindung zwischen München- Mühldorf und Freilassing allerdings weiterhin das nötige Geld fehlt.