Zum Thema:
Im engeren Sinne ist eine Familie ,,die Gemeinschaft der (verheirateten) Eltern und ihrer Kinder, also die Kleinfamilie, und im weiteren Sinne die ,,Gruppe aller miteinander verwandten Personen", die Großfamilie oder Sippe. In der heutigen Zeit wird dieses traditionelle Modell vielfach durch andere Lebensformen wie Patchwork-Familien, Lebenspartnerschaften mit (adoptierten) Kindern und Alleinerziehung ersetzt.
Die Familie, in welcher Form auch immer, ist der kleinste, aber einer der wichtigsten Vermittler sozialer und ethischer Werte. Sie bedeutet einerseits Sicherheit, Geborgenheit, Zusammengehörigkeit, Verlässlichkeit, Hilfe, Treue, Liebe, Respekt, Toleranz, aber auch Abhängigkeit, Gehorsam, Autorität, Maßregelung, Rollenfixierung, Kontrolle, Auflehnung, Konkurrenz.
Gerade heute, wo soziale Not, hohe Scheidungsraten, häusliche Gewalt, erhöhte Generationenkonflikte und Kindesmissbrauch den ungetrübten Blick auf das Lebensmodell ,,Familie" verwehren, kann auch der Blick zeitgenössischer KünstlerInnen nur ein ambivalenter sein.
Sobald in den künstlerischen Arbeiten zwischenmenschliche und häusliche Harmonie zitiert werden, beinhaltet das einerseits den Verweis auf die ureigenste Sehnsucht und oft auch Erfüllung des Menschen nach diesem familiären Glück, andererseits aber auch kritische Aspekte. Themen wie Krankheit, Trauer, Not, Einsamkeit, Angst, Konflikt, Bürgerlichkeit u. v. m. bleiben dabei nicht ausgeschlossen.
Einige Künstler beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit dem Gruppenporträt und finden hier neue Zugangsweisen im Vergleich zum traditionellen Genre, wo die Familienmitglieder zum Zweck der positiven Erinnerung an ein gemeinsames Treffen - auch wenn dieses alles andere als harmonisch verlief - ,,wohl geordnet" aufgestellt und zum Lächeln animiert werden.
Es müssen aber nicht immer Gruppen- oder Einzelporträts sein, die etwas über die Familie aussagen. Familiäre Strukturen lassen sich auch ablesen an den Räumen, die man sich eingerichtet hat, an den Tischen, an denen gegessen wird, an den Dingen, mit denen man sich umgibt, an den Spielsachen der Kinder oder am Haustier, mit dem die Familie lebt.
Einige der Künstler bringen ihre eigene Familie ins Spiel und sagen über ihre persönliche Familiengeschichte hinaus gleichzeitig Allgemeingültiges aus über die Institution ,,Familie". Oder es wird in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der eigenen Familie eine künstlerische Arbeit realisiert. Einige der Künstler haben dem Thema ,,Familie" langjährige Projekte gewidmet. Für einige ist das Thema Familie auch ein Anlass, kunstimmanente Probleme zu behandeln.
Die beteiligten Künstler:
An der Ausstellung beteiligen sich die Künstler Alfred Bachlehner (Österreich), Helena Becker (Liechtenstein), Eva Brunner-Szabo (Österreich), Kerstin und Helga Cmelka, Robert Svoboda (Österreich), Verena von Gagern (Deutschland), Robert F. Hammerstiel (Österreich), Moni K. Huber (Österreich), Paul Kranzler (Österreich), Katharina Mayer (Deutschland), Pilo Pichler (Österreich), Alexander von Reiswitz (Deutschlan), Michael Sardelic (Österreich), Martin und Zora Walch (Liechtenstein) und Ursula Zeidler (Deutschland).
Die Förderer:
Die Ausstellung wird gefördert durch die HypoKulturStiftung München, den Bezirk Oberbayern sowie das Land Oberösterreich.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, den 7. Mai um 20.00 Uhr in den Räumen des Stadtmuseums statt. Die Kuratorin der Ausstellung, Frau Dr. Petra Noll (Wien) wird in die Ausstellung einführen.
Die Ausstellung ist geöffnet: Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 - 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 - 17 Uhr. Montags und an Feiertagen geschlossen. Der Eintritt ist frei.

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