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Gesellschaft Bayern, 20.07.2010

Früherkennung stärker nutzen

In Bayern stagniert die Zahl der Neuerkrankungen beim schwarzen Hautkrebs. "Prävention und Früherkennung bleiben aber weiter unerlässlich", betonte Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister, heute in Nürnberg bei der Vorstellung des ersten Bayerischen Hautkrebsberichts. "Sonne soll Spaß machen - und nicht krank." Seit den 80er Jahren haben sich die Erkrankungsraten für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs in Deutschland mehr als verdreifacht. In Bayern blieben die Zahlen mit rund 14 neuen Fällen pro 100 000 Einwohner nun seit 2002 in etwa konstant. Söder kündigte an, dass sich das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit dem Zusammenhang zwischen der sich verändernden UV-Strahlung und dem Hautkrebs in Bayern befassen werde.

Der Hautkrebsbericht zeigt auch, dass sich die Überlebenschancen in den vergangenen Jahren verbessert haben: So stieg die 5-Jahre-Überlebensrate seit den 70er Jahren bei den Männern von 75 Prozent auf 85 Prozent. Bei den Frauen ist ein Anstieg von 80 Prozent auf 90 Prozent zu verzeichnen. "Dies ist sicher auch verbesserter Früherkennung und einem wachsenden Bewusstsein der Menschen zu verdanken", so Söder. Seit Juli 2008 besteht für alle gesetzlich Krankenversicherten ab dem 35. Lebensjahr mindestens alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Dieses Angebot haben 2009 allerdings nur 30 Prozent der Zielgruppe wahrgenommen. Söder appellierte daher, die kostenlose Untersuchung zu nutzen: "Hautkrebs ist nahezu immer heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird".

Allerdings zeigt der Hautkrebsbericht einen Anstieg bei der Zahl der Neuerkrankungen am weißen Hautkrebs in den Jahren 2002 bis 2006. Hier gibt es auffällige Unterschiede: Bei Männern kam es zu einem Anstieg von 25 auf 38, bei Frauen von 13 auf 23 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner. Weiße Hautkrebstypen sind weniger gefährlich als schwarzer Hautkrebs, da sie besser behandelbar sind. Wesentliche Ursache ist auch hier langjährige Belastung durch UV-Strahlung.

Als einziges Bundesland hat der Freistaat eine eigene Präventionskampagne zum Sonnenschutz: Mit dem Projekt 'Sonne(n) mit Verstand - statt Sonnenbrand' informiert das Gesundheitsministerium bereits seit zehn Jahren über

Risiken und Schutzmaßnahmen. Die bayerischen Gesundheitsämter klären gezielt in Kindergärten, Schulen und Schwimmbädern auf. Für Informationsmaterial und Aktionen stellt das Gesundheitsministerium jährlich rund 100.000 Euro bereit.

Um den richtigen Sonnenschutz zum richtigen Zeitpunkt zu wählen, stellen der Deutsche Wetterdienst und das Bundesamt für Strahlenschutz UV-Indexwerte für Deutschland und Europa zur Verfügung. Die Skala reicht von 1 (schwache Intensität) bis 12 (extrem hohe Belastung). Sie wird für Deutschland und auch weltweit veröffentlicht. Ab einem UV-Index von 2 sind Sonnenschutzmaßnahmen empfehlenswert, ab 5 erforderlich und ab 8 unverzichtbar.

Wie man sich in jeder Situation am besten vor der Sonne schützt zeigen ausführliche Tipps unter www.sonne-mit-verstand.de, der UV-Index ist unter www.uv-index.de abrufbar.

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