Nachrichten aus Bayern

Gesellschaft 16.04.2008

Italienische Billigweine verstärkt beprobt

Bayern hat nach ersten Hinweisen auf mögliche Panschereien bei italienischen Billigweinen verstärkt im Handel Proben genommen. Erste Untersuchungsergebnisse werden im Lauf der Woche vorliegen. Dies erklärte Verbraucherschutzminister Otmar Bernhard gestern n München. Bernhard: "Auch wenn die zuständigen italienischen Behörden versicherten, dass der gepanschte Wein nicht nach Deutschland geliefert wurde und eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden könne, hat Bayerns Lebensmittelkontrolle vorsorglich die Weinbeprobung verstärkt." Unverständnis zeigte der Minister, dass die italienischen Behörden bisher keine näheren Angaben über Händler und Abfüller übermittelten und so die Arbeit der Kontrollbehörden unnötig erschweren. So werde italienischer Wein im bayerischen Supermarkt oder als Urlaubsmitbringsel aus Italien unter Generalverdacht gestellt. Nachdem das Bundesverbraucherschutzministerium jetzt Hinweise auf in Verdacht stehende italienische Firmen zugeleitet hat, wird diesen gezielt im Handel nachgegangen.

Von der bayerischen Lebensmittelkontrollen werden in- und ausländische Weine regelmäßig untersucht. 2007 veranlasste das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zudem eine Schwerpunktuntersuchung ausländischer Weine. Geprüft wurden dabei rund 240 Weine auf Zusatz von Glycerin, unzulässige Herkunftsangaben oder Wasserzusatz. Von den 115 untersuchten italienischen und spanischen Weinen mussten 21 weinrechtlich beanstandet werden. Die Untersuchungen sind laboranalytisch zeitaufwändig, da Kernresonanz- und Isotopenmessung erfolgen müssen.

(re)