Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf a.Inn

Politik 09.05.2008

Brustzentrum Eggenfelden: Sonderrolle für das Mammographie-Screening

EGGENFELDEN. Das Brustzentrum am Kreiskrankenhaus Eggenfelden ist in Fachkreisen hoch geschätzt. Jetzt wurde es zusätzlich anerkannt als Abklärungsstandort für das bundesweite Mammographie-Screening. Das bringt klare Vorteile für alle Frauen aus der Region, die am Screening-Programm teilnehmen: Sollte bei einer Frau nach der ersten Röntgen-Untersuchung eine weitere Abklärung notwendig sein, muss sie keine langen Strecken fahren. Sie wird in Eggenfelden weiter untersucht und bei Bedarf behandelt. Das Brustzentrum verfügt über die modernste Gerätetechnik - wie sie auch für das streng geregelte Screening vorgeschrieben ist.

,,Wenn eine Frau zu weiteren Untersuchungen der Brust aufgefordert wird, ist das für sie eine schlimme Zeit", weiß Dr. Jürgen Terhaag, der Leiter der Brustzentrums. ,,Da gilt es schnellstens Klarheit zu schaffen. Deshalb stellen wir unsere Geräte gerne für das Mammographie-Screening zur Verfügung." Dr. Ulrike Aichinger von RadioLog Passau ist zuständig, wenn nach dem Screening bei einer Frau Brustkrebs nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Als eine der beiden verantwortlichen Ärztinnen fürs Mammographie-Screening Niederbayern betreut sie persönlich jene Frauen, bei denen weitere Untersuchungen nötig werden.

Das Mammographie-Screening ist ein bundesweites Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. In Niederbayern ist es vor gut einem Jahr angelaufen. Seither werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeschrieben und zu einer Röntgenuntersuchung ihrer Brust eingeladen - alle zwei Jahre. Diese flächendeckende Reihenuntersuchung ist der erste Schritt. Und für 95 Prozent der Frauen auch der einzige: Ihr Röntgenbild ist unauffällig. Das erfahren die Frauen bereits nach wenigen Tagen. Zum zweiten Schritt, der so genannten Abklärung, werden fünf Prozent der Screening-Teilnehmerinnen eingeladen. Das sind jene Frauen, bei denen die Standard-Röntgenuntersuchung noch nicht ausgereicht hat, um Brustkrebs sicher auszuschließen.

Das zertifizierte Brustzentrum Eggenfelden bringt für die Abklärung Vorteile: Dort gibt es technische Ausstattung der allerneuesten Generation und hoch qualifiziertes Personal. Sollte sich bei der Abklärung ein Krebsverdacht ergeben, übernimmt das Team im Brustzentrum die Betreuung dieser Frau. Spezialisten mehrerer Fachrichtungen entwickeln gemeinsam ein individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept für sie. All diese Faktoren haben eine Rolle dabei gespielt, dass Eggenfelden zum offiziellen Abklärungsstandort erklärt werden konnte - als einer von nur dreien in ganz Niederbayern. Unter diesen dreien nimmt das Brustzentrum Eggenfelden eine Sonderstellung ein. Die anderen Standorte Passau und Deggendorf waren von Anfang an gesetzt: Es sind die Arbeitsplätze jener beiden Ärztinnen, die in Niederbayern für das Screening-Programm verantwortlich sind: Neben Ulrike Aichinger ist das Dr. Margarete Murauer von der Radiologengemeinschaft Deggendorf.

Derzeit tauscht die Radiologin Aichinger ihr Sprechzimmer in Passau regelmäßig gegen die Räume des Eggenfeldener Brustzentrums ein. ,,Ich habe in Eggenfelden ideale Arbeitsbedingungen", sagt die erfahrene Spezialistin. Mit Chefarzt Terhaag arbeitet sie schon lange intensiv zusammen. Denn Jürgen Terhaag ist zugleich einer der offiziellen Operateure, die sich für das Screening-Programm qualifiziert haben.

Das Mammographie-Screening verfolgt ein großes Ziel: Weniger Frauen sollen an Brustkrebs sterben. Statistisch betrachtet erkrankt jede zehnte Frau daran. Wird der Krebs früh genug diagnostiziert und behandelt, ist er in 96 Prozent der Fälle heilbar. Die Röntgenbilder der Screening-Teilnehmerinnen können auch jene Tumore und Vorstufen zeigen, die so klein sind, dass sie noch keine Beschwerden verursachen und nicht zu ertasten sind.

Das Kreiskrankenhaus Eggenfelden hat 294 Betten, die sich auf mehrere Fachabteilungen verteilen: Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe. Hinzu kommt eine Abteilung für Anästhesie. Außerdem gibt es die Belegabteilungen Orthopädie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie eine radiologische Praxis. An das Krankenhaus angeschlossen ist eine Krankenpflegeschule mit 96 Ausbildungsplätzen. Das Kreiskrankenhaus Eggenfelden gehört zur Kreiskrankenhäuser Rottal-Inn gemeinnützige GmbH, deren weitere Standorte Pfarrkirchen und Simbach am Inn sind. Alle drei Häuser sind seit Juni 2005 zertifiziert nach dem KTQ-Verfahren. Die KTQ ist die Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen.

(re)