Nachrichten aus Bayern
Politik 01.07.2008
Bayern bekämpft Glücksspielsucht
Bayern verstärkt seine Anstrengungen zur Verhinderung und Bekämpfung der Glücksspielsucht. Das betonte der bayerische Gesundheitsminister Otmar Bernhard gestern der Eröffnung der bayerischen Landesstelle Glücksspielsucht in München. Bernhard: "Spielsüchtige outen sich oft erst dann, wenn Haus und Hof verzockt sind. Dann suchen sie meist über die Schuldnerberatung Hilfe. Ab sofort gibt es, koordiniert von der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, gezielter und früher Hilfsangebote für Betroffene und ihre Familien." Von der Spielleidenschaft ist der Weg zur Sucht nicht weit. Etwa 50 Prozent der erwachsenen Deutschen spielen regelmäßig um Geld. Ein Teil der Spieler wird glücksspielsüchtig. Psychische und materielle Probleme verbunden mit sozialem und beruflichem Abstieg können die Folgen sein. Die neue Landesstelle ist ab sofort zentrale Anlaufstelle in Bayern für alle Belange rund um das Thema Glücksspielsucht.
Der Glücksspielstaatsvertrag verpflichtet die Länder, Spielsucht entgegen zu wirken und ein flächendeckendes Hilfsangebot anzubieten. Der Freistaat baut dazu 19 Suchtberatungsstellen zu speziellen Spielsucht-Anlaufstellen aus. Die Mitarbeiter werden entsprechend qualifiziert und fortgebildet. "Glücksspielsüchtigen muss aus dem Strudel von seelischen, familiären und finanziellen Nöten herausgeholfen werden. Sie brauchen auch Lösungsansätze für eine finanzielle Konsolidierung und Hilfestellung bei partnerschaftlichen Konflikten", so Bernhard. Die Hilfsangebote werden ergänzt durch vorbeugende Maßnahmen gegen die Glücksspielsucht. Insbesondere soll noch stärker informiert werden, welche Suchtgefahren die Spielleidenschaft birgt. Zudem wird erforscht, wie Glücksspielsucht entsteht, in welchen Formen sie auftritt und wie sie sich letztlich am besten vermeiden und therapieren lässt. "Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern wird Plattform und Motor für Prävention und Therapie, Praxis und Wissenschaft. Mit dem Institut für Therapieforschung, der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern und der Bayerischen Akademie für Suchtfragen in Forschung und Praxis arbeiten dort die wichtigsten Akteure der Suchthilfe und Suchtforschung in Bayern zusammen", so der Minister.
Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht finden Sie unter http://www.lsgbayern.de/
Betroffene und Angehörige können sich aber auch an eine der untenstehenden Institutionen wenden:
Fachambulanz für junge Suchtkranke
Psychosoziale Beratung und Behandlung
Dachauer Str. 29, 80335 München
Tel. (089) 54 58 32-0
suchtambulanzm@caritasmuenchen.de
http://www.caritas-suchtambulanz.de/
Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle Blaues Kreuz München
Kurfürstenstr. 34, 80801 München
Tel. (089) 33 20 20
beratungsstelle@blaueskreuz-muenchen.de
http://www.blaueskreuz-muenchen.de/
Fachambulanz für Suchterkrankungen
Kufsteiner Str. 55, 83022 Rosenheim
Tel. (080 31) 35 62-80
fachambulanz@diakonie-rosenheim.de
http://www.suchthilfezentrum-rosenheim.de/
Landshuter Netzwerk e. V.
Bahnhofsplatz 1 a, 84032 Landshut
Tel. (08 71) 963 67-0
info@landshuter-netzwerk.de