Nachrichten aus Bayern

Politik 16.07.2008

Modernisierung der Hochschulbauten ist Daueraufgabe

Bayern bereitet seine Hochschulen auf die steigenden Studierendenzahlen und den doppelten Abiturientenjahrgang 2011 vor und stellt - über die laufenden Baumaßnahmen für die Universitäten und Fachhochschulen hinaus - zusätzliche Flächen in einer Größenordnung von rund 130.000 qm bereit. Der Ministerrat beschloss dazu in seiner heutigen Sitzung ein detailliertes, nach Standorten gegliedertes Ausbaukonzept für die räumliche Erweiterung der bayerischen Hochschulen. Das Programm ergänzt den bereits beschlossenen milliardenschweren personellen Ausbau der Hochschulen. Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein erklärte: ,,Die steigenden Studentenzahlen sind für Bayern eine Riesenchance. Mit der Entscheidung, bis 2011 an den Hochschulen 3.000 neue hochwertige Stellen und 38.000 zusätzliche Studienplätze zuschaffen, haben wir eindrucksvoll unterstrichen, dass wir uns dieser Herausforderung stellen und die Chance, noch mehr jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung an unseren Hochschulen in Bayern zu ermöglichen, am Schopf packen. Ziel des heute beschlossenen Gesamtkonzeptes ist es, auch die räumliche Unterbringung der zusätzlichen Studenten und Lehrenden sicherzustellen."

Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel betonte, dass die Staatsregierung damit frühzeitig und gemeinsam mit den Hochschulen die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte und gezielte Erweiterung der Ausbildungskapazitäten geschaffen hat. Der Minister bedankte sich ausdrücklich bei den bayerischen Hochschulen für das konstruktive Miteinander bei der Erarbeitung der Ausbauplanung. Die Weichenstellungen für die prognostizierten stark steigenden Studierendenzahlen seien, so Goppel, eine für die Zukunftsfähigkeit des Landes entscheidende Aufgabe. ,,Diese zahlenmäßig starke Generation ist eine große Chance für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern, der dringend auf hoch qualifizierte junge Menschen angewiesen ist", sagte der Minister. Bayern setze daher auch in Zeiten steigender Studierendenzahlen auf eine qualitätvolle Ausbildung und gehe beim Hochschulausbau deutlich über die Leistungen anderer Länder hinaus, die die Bundesmittel aus dem Hochschulpakt lediglich aufdoppeln.

Im Rahmen der räumlichen Ausbauplanung sollen zusätzliche Flächen in einem Umfang von insgesamt rund 130.000 qm Hauptnutzfläche geschaffen werden. 59.000 qm des Flächenbedarfs sollen durch Anmietungen, 34.000 qm durch Baumaßnahmen im Rahmen des Programms ,,Bayern 2020" und 37.000 qm durch zusätzliche Baumaßnahmen gedeckt werden. Für die Anmietungen im geplanten Gesamtumfang von 59.000 qm werden nach dem Konzept ab dem Endausbau des Jahres 2011 jährlich Mittel in einer Größenordung von 15,2 Millionen Euro angestrebt, wobei die Mittel ab 2008 schrittweise steigen sollen. Für 17 Neubaumaßnahmen mit einem Umfang von insgesamt 34.000 qm und einem Finanzvolumen von 235 Millionen Euro sind die Mittel bereits im Programm Bayern 2020 vorgesehen. Der verbleibende Flächenbedarf von weiteren rund 37.000 qm soll über zusätzliche Baumaßnahmen gedeckt werden. Hierfür sind nach derzeitigen Schätzungen weitere rund 120 Millionen Euro erforderlich. Diese Vorhaben sollen im Rahmen der allgemein für den Hochschulbau veranschlagten Haushaltsmittel finanziert werden.

Weiteres Thema in der Kabinettssitzung war auch die fortlaufende Modernisierung und der Ausbau von Hochschulgebäuden für die weitere Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts im nationalen und internationalen Wettbewerb. Neben den stark steigenden Studierendenzahlen und dem doppelten Abiturientenjahrgang 2011 sei, so Wissenschaftsminister Thomas Goppel, der Modernisierungsbedarf im Hochschulbau generell eine zentrale hochschulpolitische Herausforderung der kommenden Jahre. Goppel hob hervor, dass in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel für den Hochbau im Wissenschaftsressort aus Sonderprogrammen zur Verfügung gestellt wurden, zuletzt 116 Millionen Euro für das Jahr 2008. Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss strebt die Staatsregierung an, die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen in einem Zeitraum von 10 Jahren durchzuführen. Goppel: ,,Das ist im Interesse der Hochschulen sehr zu begrüßen." Weiteres Ziel sei es, so Goppel, auch die Bauunterhaltsmittel in den kommenden Jahren weiter kontinuierlich zu steigern. Bereits in diesem Jahr konnten laut Goppel der entsprechende Mittelansatz um knapp 10 Prozent oder 4,6 Millionen Euro auf jetzt 50,8 Millionen Euro erhöht sowie durch eine Aufhebung der Haushaltssperre weitere Mittel in Höhe von 8 Millionen Euro für den Bauunterhalt zur Verfügung gestellt werden.

(re)