Nachrichten aus Bayern
Politik 22.07.2008
Ärztliche Versorgung im ganzen Land sichern
"In Bayern haben wir eine hervorragende ärztliche Versorgung und medizinische Infrastruktur im ganzen Land. Wir müssen und wir sind entschlossen, diese Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitsstandortes auf Dauer zu sichern. Unsere politische Leitentscheidung heißt: Jeder, der medizinische Versorgung braucht, muss heute und morgen Zugang ohne lange Wartezeiten zu einem Arzt seiner Wahl und seines Vertrauens haben", bekräftigte Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein bei der Eröffnung des Gesundheitskongresses am Montag in Bayreuth.
Als wesentliche Bausteine dafür sieht Beckstein eine angemessene Honorierung der Ärzte, die Lotsenfunktion der Hausärzte und eine optimale Unterstützung des ärztlichen Nachwuchses. Die Bayerische Staatsregierung hat sich bereits erfolgreich für die Erhöhung des Vergütungsvolumens für die Ärzte um mindestens 2,5 Milliarden Euro und die Stärkung des Verhandlungsmandates für die Hausärzte bei der hausarztzentrierten Versorgung eingesetzt. Beckstein: "Wissenschaft, die gesamte Ärzteschaft und die Politik müssen eng zusammenarbeiten, um die Versorgung zu sichern. Dazu müssen wir im Gespräch bleiben." Das vom Sozialministerium eingesetzte Expertenforum ,Zukunft der niedergelassenen Ärzte - Sicherheit für die Patienten in Bayern' ist dafür, so Beckstein, die beste Plattform.
Eine klare Absage erteilte der Ministerpräsident einem Vordringen von Kapitalgesellschaften in die ambulante medizinische Versorgung: "Über die Behandlung von Patienten müssen Ärzte entscheiden und nicht Finanzinvestoren. Die ärztliche Heilkunst muss das Handeln bestimmen, nicht die Frage nach der besten Rendite." Bayern wird sich dafür einsetzen, dass nur niedergelassene Ärzte Träger von medizinischen Versorgungszentren sein können. Auch dürfe eine ärztliche Tätigkeit nicht durch Call-Center-Betreuung ersetzt werden. "Das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ist ein wesentlicher Teil wirksamer Medizin", so Beckstein.
Die hohe Bedeutung der Telemedizin als modernen Baustein für effiziente Gesundheitsversorgung unterstrich Stewens. "Telemedizin spielt gerade in einem Flächenstaat wie Bayern eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, eine für alle Bevölkerungsgruppen zugängliche hochwertige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Telemedizin kann dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten. Bayern hat die Potentiale der Telemedizin früh erkannt und bislang 33 innovative telemedizinische Projekte mit rund neun Millionen Euro gefördert", so die Ministerin und wies beispielhaft auf die erfolgreich aufgebauten Netzwerke zur akuten Schlaganfallversorgung hin. Auch bei den Krankenhäusern ist sich Bayern seiner Verantwortung für die Patientenversorgung bewusst. "Der Krankenhausetat für die Investitionskostenförderung wurde 2008 um weitere 25 Millionen Euro auf insgesamt 478 Millionen Euro aufgestockt. Hinzu kommen 10 Millionen Euro aus einem Sonderprogramm.
Dadurch konnten jüngst achtzehn weitere Krankenhausbauvorhaben mit einem Gesamtkostenvolumen von nahezu 161 Millionen Euro finanziell abgesichert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Klinikprojekte im ländlichen Raum", erläuterte Stewens. Eine finanzielle Entlastung der Krankenhäuser bei den Betriebskosten mit dem Wegfall des Sanierungsbeitrages und einer Erstattung für die Tariferhöhung ist von allen Gesundheitsministern beschlossen worden. Auch sei es ein Erfolg für Bayern, dass sich die Gesundheitsministerkonferenz gegen die Vorbereitung des Monismus über zentral vom Bund gesteuerte Baupauschalen ausgesprochen habe.