Nachrichten aus Bayern

Politik 17.06.2010

Entwicklung der Schülerzahlen bestätigt Notwendigkeit der Kooperationsschulen

München (lp). Die Schüler- und Absolventenprognose für 2010 bestätigt die Richtigkeit der bildungspolitischen Ziele der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag auf eindrucksvolle Weise. ,,Wir brauchen passgenaue Schulkonzepte für jeden Landkreis, wenn wir das drohende Schulsterben im ländlichen Raum verhindern wollen", kommentierte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Renate Will (Baldham), am Mittwoch die jetzt vorliegende Modellrechnung für die Entwicklung der Schülerzahlen im Freistaat bis zum Jahr 2030.

Die Zahlen belegten leider auch, dass die Mittelschule wohl nur eine ,,Lösung auf Zeit" sei, sagte Will. ,,Mit Hilfe des Kooperationsmodells von Haupt- und Realschule unter einem Dach kann es uns dagegen gelingen, Haupt- und Realschulen auf dem Land dauerhaft zu stabilisieren. Damit liegen wir absolut richtig."

Die Kooperationsschulen seien auch wegen der gemeinsamen Förderung von Haupt- und Realschülern aus pädagogischer Sicht ein zukunftsorientierter Ansatz. Ziel müsse allerdings sein, ,,allen Schülerinnen und Schülern sowohl einen berufsqualifizierenden Abschluss als auch einen Mittlere-Reife-Abschluss anzubieten."

Das Kultusministerium hatte erst vor wenigen Tagen eine eigene Homepage geschaltet, um das Kooperationsmodell bekannter zu machen. Will: ,,Das ist der Beweis, dass auch das Ministerium voll und ganz hinter unserem Modell steht."


Die Kritik am angeblich zu leichten neuen Übertrittsverfahren als Ursache für den Einbruch bei den Hauptschulen hält Will für nicht sachgerecht. ,,Unsere Kinder brauchen beste Bildungschancen. Wenn sie diese nach Ansicht ihrer Eltern an Realschule und Gymnasium vorfinden, ist das positiv und sehr zu begrüßen", sagte die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Will. Laut der Schülerprognose stehen vor allem die Hauptschulen vor einem wesentlich stärkeren Einbruch als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2030 verliert diese Schulart rund ein Drittel ihrer Schüler: Die Schülerzahl wird laut der Prognose von aktuell rund 231.000 auf 151.900 sinken.

(mw)