Nachrichten aus Bayern

Politik 15.07.2010

verbraucherbildung.bayern.de - Mehr Fitness für Bayerns Schüler in Finanzfragen

Wie funktionieren die Finanzmärkte? Welche Rechte habe ich als
Verbraucher? Wie kann ich mich vor Abzocke im Internet schützen? Kann ich
mir meine Wünsche leisten?
Welche längerfristigen Verpflichtungen gehe ich
ein? Was muss ich tun, um meine persönlichen Daten im Internet zu
schützen? - In derartigen Fragen sollen Bayerns Schülerinnen und Schüler
künftig mehr als bisher fit gemacht werden. Der Schwerpunkt des
Unterrichts soll anhand von praktischen Projekten in Zusammenarbeit mit
Partnern aus der Praxis erfolgen. Im neuen Portal
www.verbraucherbildung.bayern.de gibt es dazu ab sofort Projektvorschläge
und praktischen Unterrichtshilfen, zugeschnitten auf die bayerischen
Lehrpläne.

Für Bayerns Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk ist die Vermittlung
von Markt-, Finanz- und Datenkompetenz an Schulen ein dringendes Anliegen:
"Man muss sich einmal vor Augen führen: Die Zahl der überschuldeten
Menschen im Alter unter 20 Jahren hat sich in den letzten sechs Jahren
mehr als verdoppelt. Kinder und Jugendliche sind tagtäglich einer Flut von
Konsumangeboten ausgesetzt. Mit wenigen Mausklicks schnell einen
Musiktitel herunterladen, per gebührenpflichtiger Nummer in
Casting-Fernsehsendungen abstimmen, per Handy mal eben ein paar Bilder
verschicken - das sind für junge Erwachsene tolle Möglichkeiten, doch über
die finanziellen und rechtlichen Auswirkungen wissen sie oft viel zu wenig
Bescheid. Auch die Finanzmärkte sind mittlerweile hoch komplex und
verwoben. Schülerinnen und Schüler müssen frühzeitig lernen, die
Zusammenhänge zu verstehen."
Für Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle geht es darum, die
Verbraucherbildung an Schulen wirksam weiter zu stärken im Sinne einer
"Art Hilfe zur Lebensführung". "Wir können dabei auf bewährten Grundlagen
in den Lehrplänen und der Praxis in den Schulen aufbauen." Schülerinnen
und Schüler erhalten wichtige Informationen für ihr Verhalten als
Verbraucher z.B. in Fächern wie "Wirtschaft und Recht". Darüber hinaus
würden auch Fächer wie Biologie durch Informationen zur Ernährung bereits
heute zu einer umfassenden Verbraucherbildung beitragen, so der Minister
"Bei unserer Initiative setzen wir auch auf die Unterstützung durch das
Elternhaus. Es muss uns gelingen, die Kinder und Jugendlichen möglichst
frühzeitig fit zu machen für den Lebensalltag." Denn sie verfügten über
Geld und würden als Kunden intensiv umworben.

Gemeinsam mit dem Verbraucherschutzministerium hat das Kultusministerium
im Februar 2009 bereits Richtlinien für die ökonomische Verbraucherbildung
erlassen. Die wirtschaftliche Verbraucherbildung wird damit bayernweit an
allen Schularten und Jahrgangsstufen fächerübergreifend gestärkt. Mit dem
neuen Portal werden nun den Lehrerinnen und Lehrern praktische Hilfen an
die Hand gegeben. Zusätzlich dazu bietet die Akademie für
Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen ab dem kommenden
Schuljahr onlinebasierte Fortbildungsangebote zum Thema an. Zum neuen
Schuljahr wird außerdem ein Schulversuch zur Stärkung der ökonomische
Verbraucherbildung gestartet.

Die Richtlinien, das Portal sowie das Fortbildungsangebot für Lehrkräfte
wurden heute auf einer Tagung an der Akademie in Dillingen Vertretern der
Schulaufsicht, Seminarlehrern und Vertretern von Schulen vorgestellt.

(mw)